Wenn der Stress schon wartet – bevor der Alltag beginnt
- Doreen Mehner
- 29. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
Was passiert, wenn der Körper schon müde ist, bevor der Kalender wieder voll wird – und wie wir lernen, uns selbst nicht zu übergehen.
Wenn der Stress schon wartet – bevor der Alltag beginnt
Gerade liegen vier Wochen Ferien hinter mir. Zwei Wochen in Dänemark – ganz für mich allein. Eine Woche Zelten mit meinen Jungs und Ronaldo, ihrem Papa. Familie. Zuhause.
So viel Natur, so viele schöne, lebendige, inspirierende und entspannende Momente!
Und doch mischt sich gegen Ende dieser freien Zeit schon wieder die Sorge:
Wie soll ich das alles schaffen, was da bald wieder auf mich zukommt?

Ich habe mich gerade beworben – für ein Herzensprojekt in einem Angestelltenverhältnis. Gleichzeitig möchte ich aber auch meine freiberuflichen, eigenen Projekte weiter voran bringen.
Und sofort kommt da dieser alte Schatten: Die Angst vor Überforderung.
Das Gefühl: Es wird wieder zu viel sein. Ich werde mich wieder verlieren – so wie damals in meinem alten Lehrerjob. Das merke ich sofort auch körperlich: Müdigkeit, Anspannung, Schmerzen.
Erinnerung an ein altes Muster
Diese Angst ist nicht neu.
Sie hat mich fast 20 Jahre begleitet – durch das Schulsystem, durch die Zeit als Mutter kleiner Kinder, durch den Spagat zwischen Beruf und Berufung.
Ich habe funktioniert – statt gefühlt. Und irgendwann war ich fast am Rand des Burnouts.
Dieses Erleben ist tief in meinem Nervensystem verankert. Deshalb habe ich in den letzten drei Jahren Vieles verändert:
Ich bin aus dem Schuldienst ausgestiegen, habe BUNTerWACHSEN gegründet.
Ich habe Kurse gegeben, Schüler:innen und Lehrer:innen begleitet, Coachings gemacht, in denen ich genau diese Erfahrung mit dem Druck und Stress in der Schule nutzbringend einbringen konnte.
Ich habe meine eigene Balance gesucht – und auch gefunden.
Aber sie ist fragil. Und gerade merke ich das wieder.

Doch genau in dieser Wahrnehmung liegt das große Geschenk und mein Learning - das Gefühl für mich selbst ist wieder da und ich darf ihm vertrauen.
Was ich mir sage – und vielleicht auch dir
Ich weiß, dass viele von euch diese Angst vor Stress und Überforderung kennen. Viele Lehrer:innen, viele Eltern, viele, die selbstständig sind oder einfach Verantwortung tragen.
Und ich weiß, dass es Mut braucht, sich diese Angst einzugestehen. Nicht als Schwäche – sondern als Zeichen von Achtsamkeit.
Darum schreibe ich das hier auf. Nicht weil ich eine Lösung habe – sondern weil ich auf dem Weg bin. Und ich frage mich:
Wie kann ich meine Vision leben – ohne mich selbst zu opfern?
Wie kann ich Verantwortung tragen – ohne meine Gesundheit zu riskieren?
Wie kann ich mich wieder binden – ohne mich wieder einzuengen?
Vielleicht sind das auch deine Fragen. Dann lade ich dich ein, sie mit mir zu erforschen. In meinen Angeboten, in der Achtsamen Pause, in einem Coaching, beim Yin Yoga oder beim nächsten Aufstellungsabend.
Oder einfach hier – beim Lesen, beim Innehalten, beim ehrlichen Hinspüren:
Was kann ich in meinen Arbeitsalltag mitnehmen, von dem ich im Urlaub merke, dass es mir gut tut?
Ich wünsche dir, dass du diesen Übergang in den Alltag sanft und bewusst gestaltest – in deinem Tempo, in deinem Maßstab, in deiner Wahrheit.











Ein großes Lob für diesen Artikel! Er ist nicht nur informativ, sondern auch sehr anregend. Das Thema des bewussten Lernens und der Pflege von Fähigkeiten finde ich sehr wichtig. Auch wenn wir es nicht mehr oft im Alltag brauchen, ist das Schreiben in Schreibschrift eine Fähigkeit, die es wert ist, erhalten zu werden. Wer die verbundene Schreibschrift lernen möchte, findet online großartige Anleitungen und Übungsblätter, die den Prozess Schritt für Schritt erklären.